Neue Anregungen? (Symposien, Fortbildungen, Links)

Heute möchte ich Quellen mit dir teilen, wo ich mir neue Anregungen hole, wenn ich neue Ideen und Impulse für meine Kinderchorarbeit suche. Ich habe mir gedacht, dass ich einfach verschiedene Veranstaltungen (Symposien, Fortbildungen) verlinke und mit wenigen Sätzen kurz vorstelle – es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit! So bekommst du hoffentlich einen guten Eindruck, wenn du mal wieder auf der Suche bist.

Besonders das Suchen nach neuen Ideen für die eigene Gruppe ist ein nie endender Prozess, wenn man sich nicht nach einer kurzen Zeit immer wiederholen möchte. Besonders vom Austausch mit Kolleg_innen kann man immer sehr viel mitnehmen, weshalb dieser Blogeintrag für dich auf jeden Fall von großem Interesse sein dürfte.

Symposien

Der Vorteil von Symposien ist, dass man sich live einerseits mit sehr vielen Kolleg_innen austauschen kann und gleichzeitig von vielen verschiedenen Referenten Input bekommt.

Mein persönliches Lieblingssymposium ist das Osnabrücker Symposium Singen mit Kindern und ich hoffe, dass es trotz der Schließung des Master-Studiengangs in Osnabrück noch lange Bestand hat. Es findet alle 2 Jahre (im Wechsel mit Oldenburg) an einem Wochenende (ganztägig Freitag und Samstag) im November statt und ist sehr praktisch ausgelegt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Ideen für das KiTa- / Vorschulalter, aber auch für die Grundschule ist noch viel dabei. Zwei Tage tanzt und singt man sehr abwechslungsreich und die Ideen lassen sich zu Hause direkt in die Praxis umsetzen. Klare Empfehlung auch für Erzieher_innen oder sogar Neulinge im Gebiet Singen mit Kindern. Es ist für alle Teilnehmer_innen kostenlos!

Ein weiteres sehr zu empfehlendes Symposium, dass Berliner Symposium Kinderchor „Kinder Singen“. Die nächste Veranstaltung findet sich, sobald sie feststeht auf der Internetpräsenz der UdK Berlin. Das Symposium findet alle 3 Jahre Ende April von Freitagmittag bis Sonntagmittag statt. Es ist eine sehr gelungene Mischung zwischen Vorträgen, Konzerten, Kurzimpulsen im Plenum und Workshops zu speziellen Themen in Kleingruppen. Außerdem gibt es die Möglichkeit bei Stimmbildungseinheiten und Proben zu hospitieren. Der Schwerpunkt liegt hier in der Regel auf dem Schulalter und den damit einhergehenden Herausforderungen. Es wird ein Teilnehmerbeitrag von ca.100€ (ermäßigt 60€) erhoben.

Das angesagteste und mit Abstand größte Symposium ist das Leipziger Symposium zur Kinder- und Jugendstimme. Das Symposium findet jedes Jahr am letzten Februarwochenende von Freitagmittag bis Sonntagmittag statt. In der Szene gilt es als absolutes Muss und ist vor allem aus Austauschgründen sehr interessant. Hier treffen sich 150 Musiker_innen / Kinderchorleiter_innen und 150 Logopäd_innen / Therapeut_innen / Mediziner_innen für detaillierte Vorträge und impulsgebende Gruppenworkshops. Die Vorträge sind fachlich sehr spezifisch und vor allem die Musiker_innen, die sich auch für den medizinischen Hintergrund vom Singen interessieren, können hier extrem viel mitnehmen. Es werden aber auch viele kinderchor-spezifische Inhalte thematisiert und in Workshops vorgeführt oder erprobt. Durch die große Teilnehmeranzahl ist es aber nicht so praktisch ausgelegt wie z.B. Osnabrück. Es wird ein Teilnehmerbeitrag von 200€ (ermäßigt 130€) erhoben, wobei es für Mitglieder des AmJ Aufgrund einer Zusammenarbeit Ermäßigungen gibt. Allerdings ist im Teilnehmerbeitrag mittägliche Verpflegung sowie ein abendliches Buffet inbegriffen.

Wenn du dich mit dem Thema Stimme im therapeutischen Sinne noch näher beschäftigen möchtest und nicht nur für den Schwerpunkt Kinderstimme suchst, sei dir das Hamburger Stimmsymposium empfohlen. Es findet in der Regel jährlich an einem Wochenende Anfang Mai statt und richtet sich an Stimmtherapeut_innen und Gesangspädagog_innen. Es ist nicht ganz günstig, es können aber sowohl Ein- als auch Dreitagestickets erworben werden.

Außerdem lohnt ein Blick über die Landesgrenzen hinaus, wo es an der Universität Wien / Standort Innsbruck vom Zentrum für chorpädagogische Forschung und Praxis regelmäßig interessante Angebote gibt.

Veranstaltungen / Fortbildungsveranstaltungen

Wer kennt sie nicht, die Fortbildungen, Kurse und Messen, auf denen man zu ganz bestimmten Themen Input bekommen kann. Auch hier ist der Vorteil, dass man sich neues nicht selbstständig erarbeiten muss, sondern Erlerntes einfach in die eigenen Praxis übertragen kann.

Als bekannteste Messe in der deutschen Chorszene ist die Chor.com auch eine Möglichkeit in Workshops neu herausgegebene Musik zu entdecken und Autoren kennenzulernen. Wer die gängigen Liederbücher schon alle kennt, wird hier möglicherweise fündig. Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass die Workshops von den Verlagen als Werbemaßnahme veranstaltet werden. Es gilt also genau zu prüfen, ob gehörtes auch wirklich für meine Arbeit passend ist (die entspricht nicht immer dem neuesten Trend und meine Chöre müssen den auch nicht immer mitmachen). Die Chor.com findet alle 2 Jahre 3-4 Tage (Donnerstag bis Sonntag) Ende September statt. Für den Besuch der Messeausstellung braucht man keine Tickets. Für die Workshops lassen sich Tickets für 1, 2 oder 4 Tage der Chor.com erwerben.

Etwas pädagogischer ist der BundesverbandMusikUnterricht ausgelegt. Der Bundeskongress Musikunterricht richtet sich vor allem an Lehrer_innen aller Klassenstufen. Es ist aber auch einiges für Erzieher_innen, Vorschule und Sprachförderung durch Musik dabei.

Mit Zielgruppe der in Musikschulen Unterrichtenden veranstaltet der Verband Deutscher Musikschulen den Musikschulkongress. Auch hier lassen sich für den Bereich EMP und Vorschule schöne Ideen auch mit Schwerpunkt Einsatz der Orff-Instrumente mitnehmen.

Für den EMP-Bereich sowie Musizieren mit Kindern mit großem Singanteil bietet die Gordon Gesellschaft Deutschland e.V. Sommerkurse in Mannheim an. Der Ansatz ist ein sehr lohnenswerter und in der eigenen Praxis gut einsetzbarer. Ich kann die Kurse allerdings nur begrenzt empfehlen. Mir ist eine kritische Reflexion bei solchen Kursen sehr wichtig und der von mir besuchte Kurs hatte etwas von „wir sind der einzig wahre Ansatz“. Es lohnt sich aber, sich mit dem Ansatz näher auseinander zu setzten. Außerdem sollen die englischsprachigen Kurse des GIML in den USA sehr gut sein.

Die Folkwang-Hochschule Essen veranstaltet jährlich den Folkwang Studientag Singen mit Kindern. Es ist zwar nur ein Tag im Februar, aber in der Regel wird ein guter Hauptredner eingeladen, der einen ganzen Vormittag seine Arbeit vorstellt, was sehr lohnenswert sein kann.

Ich persönlich habe auch gute Erfahrung mit Kinderchortagen der ev. Landeskirchen gemacht, die in der Regel für alle zugänglich sind.

Ein Angebot, das für Mitarbeiter_innen in KiTas sehr interessant ist, ist die dm-Initiative Singende Kindergärten. Kindergärten können sich hier für eine anerkannte Fortbildung bewerben. Es finden dann Vernetzungstreffen und Workshoptage statt, außerdem sind Tipps und Hospitationen der Trainer-Teams inbegriffen. Insgesamt wird eine Einrichtung 1 Jahr lang betreut. Wenn du als Erzieher_in in einem Kindergarten arbeitest und gerne mehr „Singen“ in die Einrichtung bringen willst, ist dies genau das richtige Angebot.

Weitere gute Workshops rund um das Thema Singen mit Kindern und Jugendlichen sowie bundesweite Projekte bietet die Deutsche Chorjugend. Hier lohnt ein Blick in das jeweils aktuelle Angebot, momentan z.B. in die Workshops zum Kinderchorland! Die Formate sind innovativ gestaltet und spannend!

Internetseiten / Links

Wenn ich konkret auf der Suche nach neuen Liedern bin und in der einschlägigen Fachliteratur nicht fündig werde, kann das Internet ein guter Weg sein. Ich bin ein großer Fan der „Waldorfschullieder„, eine Online-Liedersammlung, die meiner Meinung nach nicht speziell antoposophisch angehaucht, sondern einfach schöne Lieder sind.

Die Carusos (genau, dass ist das mit der Plakette, für die man sich als musikalischer Kindergarten zertifizieren lassen kann) bieten z.B. momentan wöchentlich OnlineSingen an, um das initiativeeigene Liederbuch besser kennen zu lernen.

Auch auf Youtube kann man fündig werden, allerdings kann es schwierig sein, das passende für dich zu finden. Auf dem Blog Kitaturnen stellen sich einige Kinderliedermacher exemplarisch vor. Wenn du also neue Kinderliedermacher_innen kennenlernen willst, kannst du hier einen ersten Eindruck bekommen.

Außerdem sei an dieser Stelle die Ausschreibung des Deutschen Kinderliederpreises sowie Das Weberlein der Christiane Weber Stiftung erwähnt. Es sind Wettbewerbe für Kinderliedermacher_innen und somit auch eine gute Möglichkeit neue Gesichter der Szene kennenzulernen.

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